Geranylgeraniol (GG)
Kurzfassung:
Durch Einnahme von Geranylgeraniol ( kurz GG , sprich "Chi-Chi") könnte folgenden Erscheinungen entgegen gewirkt werden:
- Alterserscheinungen wie Muskelschwund, nachlassende Hormonspiegel, Knochendichte und Gehirnleistung
- mangelnde Mitochondrienleistung
- Nebenwirkungen von Cholesterinsenkern (und Bisphosphonaten)
Einleitung: Warum nehmen die Leistungsfähigkeit von Körper und Gehirn, die Knochendichte, Muskelmasse und der Hormonstatus mit zunehmendem Lebensalter immer mehr ab?
Eine Erklärung ist: weil die Eigenherstellung von Geranylgeraniol ( kurz GG , sprich "Chi-Chi") abnimmt. GG ist ein zentral wichtiges für den Stoffwechsel in Pflanzen, Tieren und Menschen. Man kann es seit kurzer Zeit als Pflanzenextrakt supplementieren. Weitere Artikel darüber finden Sie in der Liste rechts.
Wir erklären Geranylgeraniol anhand des folgenden Bildes.

Von oben her gesehen: Zunächst wird Mevalonat hergestellt, daraus dann IPP, FPP (Farnesylpyrophosphat) und GG (Geranylgeraniol). Daraus dann vieles andere, wie Cholesterin, Coenzym Q10, Muskeln, Vitamin K2 und Rezeptoren für Sinne, Gehirnzellen und Immunsystem.
Mit zunehmendem Lebensalter beginnt mehr FPP in Richtung Cholesterin zu fliessen, wodurch weniger für die vielen anderen Funktionen zur Verfügung steht.
Man versucht das Cholesterin durch Medikamente (Statine) zu senken. Leider wirken die aber gleich an der obersten Stelle, so dass gleichermaßen auch alle anderen Folgeprodukte gehemmt werden.
Darunter sind:
CoQ10 (CoenzymQ10) wie auch Häm A verwenden die Mitochondrien um die Energie für alle unsere Lebensprozesse bereitstellen. Sie werden innerhalb der Mitochondrien aufgebaut. Und zwar aus FPP, IPP und im Ausnahmefall auch aus GG. Dabei hilft MK4 (eine Art von Vitamin K2) und die "Kleinen ATPasen" welche auch wieder aus GG aufgebaut werden (darum die weiteren Pfeile zum Mitochondrium).
Somit bedeutet weniger GG auch weniger Energie für alle Organe. Das erklärt die mit den Lebensjahren nachlassende Leistung von Herz, Gehirn, Knochen und Muskeln.
Unsere Muskelzellen bestehen aus viel Protein und benötigen dafür (neben Protein) - GG. Weniger GG (durch Alterung) bedeutet weniger Muskelmasse, was den altersbedingten Muskelschwund (Sarkopenie) erklärt. Dieser Muskelschwund beginnt schon langsam mit 30 und wird deutlich ab 50 Jahren. Mehr zu GG und Muskeln hier.
Unsere Knochen benötigen Vitamin K2 um das Kalzium einlagern zu können. Unser Körper stellt Vitamin K2 (MK4) aus Vitamin K1 her - durch Einbau von GG. Weniger GG (durch Alterung) bedeutet weniger Knochendichte. Das erklärt den zunehmenden Knochenabbau mit den Lebensjahren. Übrigens ist Vitamin K2 auch ein wichtiger Faktor gegen Atherosklerose ("Arterienverkalkung").
Auch unsere Geschlechtshormone (z.B. Testosteron, Östrogen, Progesteron) brauchen GG zum Funktionieren. Weniger GG (durch Alterung) trägt bei zu der geringeren Versorgung mit Geschlechtshormonen, was für vielerlei Alterserscheinungen verantwortlich ist.
Weniger erforscht, aber bedeutend sind die GPCR-Rezeptoren. Rezeptoren sind die Messfühler der Zellen. Sie regulieren tausenderlei Funktionen der Zellen. Darunter sind die GPCR-Rezeptoren, sie benötigen „G-Proteine“ namens Gγ (sowie die „kleinen GTPasen“). Diese Proteine werden prenyliert d.h. mit einem Geranylgeraniol versehen, womit sie an einer Membran verankert werden. Ohne diese Verankerung schwimmen sie frei im Zytosol, wodurch sie nur zufällig wirksam werden würden. GPCR-Rezeptoren sind:
• Rezeptoren im Gehirn für Neurotransmitter (Dopamin, Serotonin, GABA)
• Hormonrezeptoren (LH, FSH, Glukagon, Parathormon),
• Sinnesrezeptoren (Riechen, Schmecken, Sehen),
• Entzündungsrezeptoren (Histamin, Prostaglandin, Leukotrien, Bradykinin, Angiotensin-II).
Alle diese Funktionen sind von Gγ und damit von GG (oder FPP) abhängig.
Einfluss durch Alterung, Statine, Bisphosphonate
Nicht nur das Lebensalter, auch einige Medikamente hemmen die Eigenproduktion von GG. Nämlich Statine und Bisphosphonate.
Statine (Cholesterinsenker) blockieren den Weg in einem frühen Stadium, wodurch weniger Cholesterin entsteht (40-60%). Leider wird dadurch auch GG blockiert und dessen Folgeprodukte CoQ10, Häm A, Muskelprotein, MK4, Hormone und viele weitere Proteine. Das erklärt z.B. die häufigen Muskelprobleme und andere Nebenwirkungen durch Statine. Inzwischen hat sich durchgesetzt, dass zu Statinen CoQ10 verabreicht wird. Dadurch wird aber nur eines der Folgeprodukte ersetzt. Besser wäre zurch direkte Zufuhr von GG auch die vielen anderen Folgeprodukte zu stärken.
Bisphosphonate werden ebenfalls sehr häufig verordnet um Knochenabbau (Osteoporose) zu verhindern, insbesondere bei Frauen in der Menopause. Auch sie blockieren den Weg zum GG (nur an anderer Stelle). Ironischerweise werden dadurch auch Vitamin K2 und Osteoplasten blockiert, das eigentlich zum Knochenaufbau nötig ist.
Aber man kann man GG auch direkt zu sich nehmen. Der Tagesbedarf wird auf 150 mg bis 300 mg geschätzt.
In einigen Nahrungsmitteln ist es enthalten, aber nur in kleinen Mengen (bis zu 1 mg pro 100 g). Diese sind: Grünes Blattgemüse (Spinat, Grünkohl, Rucola): 0,1-1 mg, Avocado: 0,1-0,5 mg, Mandeln und andere Nüsse: 0,1-0,5 mg, Olivenöl: 0,1-0,5 mg, Sesamsamen: 0,1-0,5 mg, Brokkoli: 0,1-0,3 mg, Karotten: 0,1-0,3 mg, Kürbis: 0,1-0,3 mg, Sonnenblumenkerne: 0,1-0,5 mg, Tomaten: 0,05-0,2 mg, Orangen und Zitrusfrüchte: 0,05-0,2 mg, Sojabohnen und Sojaprodukte (Tofu): 0,1-0,5 mg. Da niemand 10 kg Spinat pro Tag essen kann, kann das aber nur einen kleinen Teil des Bedarfs decken.
Die gute Nachricht ist: In Bixa orellana (Annatto) ist etwa 1000-fach mehr enthalten. Neuerdings stehen Extraktionen aus dieser Pflanze zur Verfügung. Damit kann man schon mit einigen Tropfen die 150 - 300 mg erreichen.
Wir gehen davon aus, dass dies in den nächsten Jahren eine zunehmend wichtige Rolle spielen wird. Auch, weil die blockierenden Medikamente sehr häufig verordnet werden.
Gegenanzeigen?
Gibt es Gegenanzeigen für Geranylgeraniol?
Zunächst ist GG sicher, das wurde in dieser Studie festgestellt. In den USA hat der Extrakt GG-Gold 75 aus B.orellana den Status "Generally Recognized as Safe" (siehe hier bis 250mg/d). GG komt in jedem mehrzelligen Lebewesen vor und erfüllt da wichtige Funktionen.
GG kann die Giftigkeit von Statinen abwenden. Das betrifft mehrere Wege, nämlich einerseits die Genese von CoQ10 und andererseits die Hemmung von Wachstumsfaktoren wie Ras, Rho. Letzteres ist für den Zelltod von gesunden Zellen wie bei der Rhabdomyolyse verantwortlich.
Aufgrund dieser Giftigkeit werden Statine auch zum Abtöten (Apoptose und/oder Necrose) von Krebszellen eingesetzt. GG kann diese Giftigkeit abwenden.
Wenn Statine als Krebs-Therapie gegeben werden, darf GG nicht eingenommen werden.
Das geht sogar so weit, dass sogar Lebensmittel, die viel GG enthalten, die Giftwirkung abschwächen. In Zellkulturen wurde festgestellt, dass folgende Lebensmittel mit viel GG diese WIrkung haben: Sonnenblumenöl oder Maisöl [auch Olivenöl], Nüsse, Eier, Hafer, Bohnen, Salat und Kirschen. ("In particular, we suggest patients using statins to control cancer should consider avoiding sunflower oil or corn oil, nuts, eggs, oats, beans, lettuce and cherries"). Insbesondere grüner Salat ("lettuce") fiel durch hohe Gehalte auf, wobei es viel leichter ist einige 100 g Salat zu essen als einige 100g Speiseöl.
Krebs-Therapien mit Statinen sind aber relativ selten und experimentuell - meist nur in Studien.
GG hat auch selbst Antikrebs-Wirkung (nachgewiesen in Zellstudien bei hohen Konzentrationen ab 50 umol/L). Es gibt dazu Studien mit Prostata-Krebszellen ( https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4010193/ ) und Pankreas-Krebszellen ( https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/9075204/ ).
Diese Antikrebs-Wirkung beruht offenbar darauf, dass auch GG (und FPP) per Rückkopplung auf den Mevalonatweg die Krebszellen ihrer Wachstumsfaktoren berauben.
weiter mit Kapitel.. DrTanVideoTocotrienol


