Zu GG Geranylgeraniol kommen bei Pubmed bereits über 600 Studien.
Hier ein kleiner Überblick:
| Studientitel / Jahr / Linkstatus | Kurze Zusammenfassung bezogen auf den gewünschten Aspekt |
|---|---|
| Entzündungshemmung / Immunmodulation | |
| Geranylgeraniol Inhibits Lipopolysaccharide-Induced Inflammation in Mouse-Derived MG6 Microglial Cells via NF-κB Signaling Modulation (2021) Volltext frei: PMC/MDPI PubMed |
GGOH hemmte in MG6-Mikrogliazellen die LPS-induzierte Entzündungsantwort. Reduziert wurden u. a. Il-1β, Tnf-α, Il-6 und Cox-2. Mechanistisch relevant ist die Hemmung der TAK1-, IKKα/β- und NF-κB-p65-Phosphorylierung sowie der nukleären NF-κB-Translokation. |
| Geranylgeraniol Suppresses the Expression of IRAK1 and TRAF6 to Inhibit NF-κB Activation in Lipopolysaccharide-Induced Inflammatory Responses in Human Macrophage-Like Cells (2019) Volltext frei: MDPI/PMC PubMed |
In humanen THP-1-makrophagenähnlichen Zellen senkte GGOH die LPS-induzierte proinflammatorische Genexpression. Zentral ist die Reduktion von IRAK1 und TRAF6, wodurch die nachgeschaltete NF-κB-Aktivierung gehemmt wurde. |
| Dietary Supplementation with Geranylgeraniol Suppresses Lipopolysaccharide-Induced Inflammation via Inhibition of Nuclear Factor-κB Activation in Rats (2013) Zusatzstudie; freier Volltext nicht sicher auffindbar ResearchGate-Eintrag |
Ratten erhielten GGOH über die Nahrung und wurden anschließend mit LPS belastet. In der Leber wurden NF-κB-Aktivierung und proinflammatorische Zielgene reduziert; außerdem wurden upstream-Signalproteine wie IRAK1 und TRAF6 vermindert. Die Studie stützt einen in-vivo-antiinflammatorischen Effekt von GGOH über LPS/NF-κB-Signalwege. |
| Antiplatelet Activity of Geranylgeraniol Isolated from Pterodon pubescens Fruit Oil Is Mediated by Inhibition of Cyclooxygenase-1 (2007) Volltext nicht frei sicher auffindbar PubMed |
Diese Arbeit beschreibt eine thrombozytenhemmende Aktivität von GGOH über COX-1-Hemmung. Der Entzündungsbezug liegt hier weniger bei NF-κB, sondern bei COX-1/Thrombozyten/Prostanoid-Signalwegen. |
| Geranylgeraniol Supplementation Leads to an Improvement in Inflammatory Parameters and Reversal of the Disease Specific Protein Signature in Patients with Hyper-IgD Syndrome (2024) Zusatzstudie; Preprint, nicht peer-reviewed medRxiv |
Pilotdaten bei drei HIDS-Patienten: Drei Monate GGOH wurden ohne berichtete Lebertoxizität oder relevante Lipidprofilveränderungen gegeben; proteomisch zeigte sich eine teilweise Umkehr der HIDS-spezifischen Entzündungssignatur. Wegen n=3 und Preprint-Status nur hypothesengenerierend. |
| Mitochondrien / CoQ10 / Statin-Kontext | |
| Chemical Pathology of Homocysteine VIII. Effects of Tocotrienol, Geranylgeraniol, and Squalene on Thioretinaco Ozonide, Mitochondrial Permeability, and Oxidative Phosphorylation in Arteriosclerosis, Cancer, Neurodegeneration and Aging (2020) Volltext frei: Annals of Clinical & Laboratory Science/PDF PubMed |
Mechanistische Übersichts-/Hypothesenarbeit. Relevant ist die Verbindung von Tocotrienolen, GGOH, HMG-CoA-Reduktase, mitochondrialer Permeabilität und oxidativer Phosphorylierung. Als klinischer Wirksamkeitsbeleg schwach, als mechanistischer Rahmen für „Mitochondrienleistung + Tocotrienol-Synergie“ aber passend. |
| Geranylgeraniol Supplementation Mitigates Soleus Muscle Atrophy via Changes in Mitochondrial Quality in Diabetic Rats (2022) Zusatzstudie; Volltext frei: PMC/IIAR PubMed |
In diabetischen Ratten beeinflusste GGOH mitochondriale Qualitätskontrolle in der Soleusmuskulatur. Marker wie PINK1, LC3, DRP1, MFN2 und SOD2 wurden untersucht; gleichzeitig war die Muskelfaser-Querschnittsfläche gegenüber unbehandelten diabetischen Tieren günstiger. Kernaussage: GGOH könnte mitochondriale Fragmentierung/Qualitätskontrolle und Muskelatrophie günstig beeinflussen. |
| The Potential Role of Geranylgeraniol in Managing Statin-Associated Muscle Symptoms (2023) Zusatzstudie; Volltext frei: PMC/Frontiers Volltext |
Review zu statinassoziierten Muskelsymptomen. Statine hemmen den Mevalonatweg und damit potenziell auch CoQ10- und GG/GGPP-abhängige Synthesewege. Der Artikel argumentiert, dass GG als Substrat für Prenylierung und CoQ10-Biosynthese mechanistisch plausibel ist, während CoQ10 allein klinisch nicht konsistent überzeugt. |
| Geranylgeraniol Prevents Statin-Induced Skeletal Muscle Fatigue without Causing Adverse Effects in Cardiac or Vascular Smooth Muscle Performance (2020) Zusatzstudie; freier Volltext nicht sicher auffindbar ResearchGate-Eintrag |
Simvastatin reduzierte in einem Muskelphysiologie-Modell die Kraftentwicklung schnell kontrahierender Skelettmuskulatur; GGOH-Koadministration verhinderte diesen Effekt. Relevanz: funktionelle Verbindung von Statinwirkung, Mevalonat-/Isoprenoidverlust und Muskelermüdung. |
| Muskeln / Atrophie / Myogenese | |
| Oral Administration of Geranylgeraniol Rescues Denervation-Induced Muscle Atrophy via Suppression of Atrogin-1 (2020) Volltext frei: EuropePMC/IIAR Volltext |
Die orale Gabe von GGOH reduzierte den Verlust der Muskelfaser-Querschnittsfläche bei Denervationsatrophie und supprimierte Atrogin-1, einen zentralen Marker der ubiquitinabhängigen Muskelproteolyse. Zusätzlich wurden in vitro glucocorticoidinduzierte Atrophieeffekte abgeschwächt. |
| Geranylgeraniol-Induced Myogenic Differentiation of C2C12 Cells (2018) Zusatzstudie; Volltext frei über IIAR Volltext |
In C2C12-Muskelzellen förderte GGOH myogene Differenzierung und senkte atrophiebezogene Ubiquitin-Ligase-Signale. Die Arbeit ergänzt die Atrophie-Tierdaten um einen zellulären Mechanismus über Myogenese und Proteinprenylierung. |
| Glukosestoffwechsel / metabolische Entzündung | |
| Beneficial Effect of Dietary Geranylgeraniol on Glucose Homeostasis and Bone Microstructure in Obese Mice Is Associated with Suppression of Proinflammation and Modification of Gut Microbiome (2021) Volltext frei PubMed |
In HFD-induzierten adipösen Mäusen verbesserte GGOH Glukosetoleranz und Insulinsensitivität. Gleichzeitig wurden proinflammatorische Adipokine/Zytokine wie Resistin, Leptin, MCP-1 und IL-6 reduziert und das Mikrobiom verändert. Der metabolische Nutzen ist hier eng mit reduzierter systemischer Entzündung und Mikrobiomverschiebungen verknüpft. |
| Effect of Dietary Geranylgeraniol and Green Tea Polyphenols on Glucose Homeostasis, Bone Microstructure, and Gut Microbiome in Obese Mice (2023) Zusatzstudie; Volltext frei Volltext |
Untersucht wurden GGOH und Grüntee-Polyphenole einzeln und kombiniert bei HFD-induzierter Adipositas. GGOH und Grüntee-Polyphenole verbesserten Glukoseparameter, aber ein klarer additiver oder synergistischer Effekt der Kombination wurde nicht berichtet. |
| Nerven / Neuroinflammation / mitochondriale Dysfunktion | |
| Geranylgeraniol and Neurological Impairment: Involvement of Apoptosis and Mitochondrial Morphology (2016) Volltext frei: MDPI/PMC PubMed |
In einem neuronalen Modell gestörter Mevalonatpathway-Biochemie erhöhte die Blockade des Mevalonatwegs NLRP3/Inflammasom-Signale, oxidativen Stress, veränderte Mitochondrienmorphologie und senkte das mitochondriale Membranpotenzial. GGOH reduzierte Entzündungsmarker und mitochondriale Schäden. |
| Dietary Geranylgeraniol Mitigates Pain-Associated Behaviors, Intestinal Barrier Dysfunction, Gut Dysbiosis, and Altered Bone Microstructure in Diabetic Neuropathic Pain Rats (2025) Zusatzstudie; Volltext frei: PMC/MDPI Volltext |
In einem Rattenmodell diabetischer neuropathischer Schmerzen reduzierte GGOH schmerzassoziierte Verhaltensweisen und verbesserte Darmbarriere, Mikrobiomparameter und mitochondriale Homöostase. Die Studie verbindet Neuro-/Schmerzphänotyp, metabolische Dysfunktion, Entzündung und Mitochondrien. |
| Krebs / Mevalonatweg / Statin-Bezug | |
| Geranylgeraniol Potently Induces Caspase-3-Like Activity During Apoptosis in Human Leukemia U937 Cells (1997) Volltext nicht frei sicher auffindbar PubMed |
In U937-Leukämiezellen induzierte GGOH caspase-3-ähnliche Aktivität und DNA-Fragmentierung. Ein Caspase-3-Inhibitor blockierte die GGOH-induzierte DNA-Fragmentierung. Die Arbeit zeigt einen proapoptotischen Tumorzellmechanismus von GGOH, ist selbst aber keine Statin-Kombinationsstudie. |
| Mevalonate Depletion Mediates the Suppressive Impact of Geranylgeraniol on Murine B16 Melanoma Cells (2011) Zusatzstudie; Abstract/PubMed PubMed |
GGOH hemmte das Wachstum von B16-Melanomzellen, induzierte G1-Arrest, Apoptose und Differenzierung, senkte HMG-CoA-Reduktase-mRNA und der Effekt wurde durch Mevalonat abgeschwächt. Zudem wurde eine additive Hemmung mit δ-Tocotrienol beschrieben. |
| Geranylgeraniol Suppresses the Viability of Human DU145 Prostate Carcinoma Cells and the Level of HMG-CoA Reductase (2013) Zusatzstudie; Volltext frei: PMC Volltext |
In DU145-Prostatakarzinomzellen reduzierte GGOH die Zellviabilität, senkte HMG-CoA-Reduktase und löste mevalonatbezogene Wachstumshemmung/G1-Arrest/apoptotische Effekte aus. Relevanz: direkte Verbindung von GGOH, Tumorzellhemmung und HMG-CoA-Reduktase. |
| Synergistic Anticancer Effects of Combined γ-Tocotrienol and Statin Treatment (2011) Zusatzstudie; Volltext frei: PMC Volltext |
Nicht GGOH-zentriert, aber für den Statin-Kontext wichtig: γ-Tocotrienol und Statine hemmen den Mevalonatweg auf unterschiedlichen Ebenen; Kombinationen niedriger Dosen hemmten Mammakarzinomzellen synergistisch, während Mevalonat die Effekte abschwächen konnte. |
| Fruchtbarkeit / Hormone / CoQ10 | |
| Use of Geranylgeraniol in Improving Human Fertility (2025) Volltext frei: IOSR-PDF |
Narrative Review. GGOH wird als Mevalonatweg-Intermediat beschrieben, das mit Cholesterin-, Steroidhormon- und CoQ10-Biosynthese sowie Proteinprenylierung verknüpft ist. Daraus werden mögliche Effekte auf mitochondriale Funktion, oxidativen Stress, Entzündung und Reproduktion abgeleitet; direkte klinische Evidenz ist begrenzt. |
Hinweis: Diese Tabelle ist eine Studienübersicht, keine medizinische Empfehlung. Die Evidenz ist überwiegend mechanistisch, zellbasiert oder tierexperimentell; klinische Daten sind deutlich begrenzter.
Gespannt warten wir auf die Publikation noch laufender Studien, die Dr. Tan in seinem Video erwähnt. Insbesondere zu Blut-Parametern bei Patienten mit Statin-Medikation.
Drei Studien von 2019,2020 und 2023 belegen wie durch GG die durch Statine hervorgerufenen muskulären Probleme verhindern bzw. positiv beeinflussen konnte. Analyse dieser Studien hier.
von 2009 gibt es bereits eine Zell-Studie, die sich genau mit Statinen in der Zusammenwirkung mit GG Geranylgeraniol beschäftigt: PMID: 19888963 (hier PMC Volltext).
Interessante Ergebnisse:
- Durch GG (Geranylgeraniol) wurden die negativen Auswirkungen der Statine rückgängig gemacht ohne die cholesterinsenkende Eigenschaft zu beeinflussen. Gegen diese negativen Auswirkungen (Mitochondrien Behinderung, Behinderung von Rho und Ras, Reduzierung von CoenzymQ10, erhöhter Zelltod) gibt es zur Zeit noch keine erfolgreiche Strategie. Ausgenommen: die orale Supplementierung von CoenzymQ10 ist (zumindest in den USA) Standard.
- GG (Geranylgeraniol) war effektiver als die Zufuhr von CoenzymQ10 direkt, was die Atmungsaktivität der Mitochondrien rettete und die Cytotoxizität des Statins rückgängig machte. "Notably, geranylgeraniol was more effective than the addition of exogenous ubiquinone, which rescued mitochondrial respiratory activity and reversed mevastatin cytotoxicity"
- GG (geranylgeraniol-OH) ist als Analog von geranylgeranyl pyrophosphate (geranylgeranyl PP) bestätigt
In dieser Studie mit 66 Erwachsenen wurde zunächst über 8 Wochen die Sicherheit der Supplementierung mit 150 bis 300 mg GG pro Tag bestätigt.
Die Studie beschäftigte sich auch mit Geschlechtshormonen, was nahe liegt, da GG einen Baustoff für deren Eigensynthese darstellt. Im Ergebnis konnte bei der Untergruppe von Männern mit relativ niedrigem Testosteronspiegel ( < 700 ng/dL ) eine signifikante Erhöhung von +7.5% (total) , +15.0% (frei) und +14.8% (bioverfügbar) innerhalb von 8 Wochen festgestellt werden. "GG könnte für männliche Personen mit altersbedingt erniedrigtem Testosteron oder bei spät einsetzendem Hypogonadismus vorteilhaft sein."
Eine weitere Studie mit Tieren aus 2018 erklärt die Vorgänge und dokumentiert eine wesentlich stärkere Erhöhung: A novel function of geranylgeraniol in regulating testosterone production
Ebenfalls im Dezember 23 kam ein kleiner Test mit hervorragenden Resultaten bei der CoQ10-Supplementierung herein (hier auf tocotrienole.com).
November 23: Potential role of geranylgeraniol in managing statin-associated muscle symptoms: a COVID-19 related perspective
Das ist ein "opinion paper", keine Studie. Die Zusammenhänge von GG zu durch den durch Statine erzeugte Muskel-Myopathien und SAMS (weitere muskuläre Probleme) werden aber gut erläutert.
